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Das Grabtuch von Turin
Ist es nicht wunderbar, dass es noch Geheimnisse gibt, Dinge, die man sich einfach nicht erklären kann und die selbst die größten Skeptiker ins schwitzen bringen.
Seit über 100 Jahren wird das sogenannte „Turiner Grabtuch“ unter Einbindung vieler wissenschaftlicher Disziplinen ausführlich untersucht. Es hat sich mit der Sindonologie ein eigener Wissenschaftszweig
entwickelt, der sich - übrigens weltweit - mit der Erforschung dieses 4,36 m langen und 1,10 m breiten Tuches.
Und auch nach Zehntausenden von Untersuchungsstunden bleibt das größte Rätsel immer noch ungelöst: auf welche Weise ist der Abdruck entstanden, wie ist das – wie
man heute weiss – dreidimensional darstellbare Bild auf das Tuch gelangt?
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Das Grabtuch links im „Original“ und rechts die untere Hälfte als „Fotonegativ). Die großen „Flecken“ sind Brandschäden von 1532.
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Auf dem Turiner Grabtuch auf dem ersten Blick außer Brand- und Wasserschäden nicht viel zu erkennen. Erst beim genaueren betrachten erkennt man das schwache Bild
eines unbekleideten Mannes, der die Wundmale eines Gekreuzigten hat; in Vorder- und Rückansicht, in merkwürdiger Anordnung: Kopf gegen Kopf. Das Bild hat keinerlei Konturen, wirkt merkwürdig schattenhaft.
Am 28. Mai 1898 wurde der Turiner Ratsherr und Rechtsanwalt Second Pia, ein geschätzter Amateurfotograf, eingeladen, das Turiner Grabtuch - zum ersten Mal in der
Geschichte - zu fotografieren. Und weder er noch sonst jemand dachte daran, dass sich damit eine schwindelerregende Sensation vorbereitete.
Das erste Negativ, das sich langsam auf der in das Entwicklungsbad gelegten Platte entwickelte - und die er dann vor Aufregung fast fallen ließ - sollte sich wie
ein Lauffeuer über die ganze Welt verbreiten. Das Abbild auf dem Grabtuch ist ein Fotonegativ! Erst jetzt, durch die Umkehr der Farbwerte, kennt man die
ganzen Einzelheiten eines scheinbar schwer misshandelten Mannes. Wie ist das möglich?
Schon 1898 ist es zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen prominenten Vertretern von Wissenschaften gekommen: Historiker wollten aus mittelalterlichen
Dokumenten beweisen, das Tuchbild sei in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts „auf ganz gewöhnliche Weise“ gemalt worden.
Sollte aber ein Maler des 13. Jahrhunderts, ein Negativbild gemalt haben ‑ ein halbes Jahrtausend vor Erfindung der Fotografie? Eine absurde Vorstellung! Von
diesem Negativcharakter ist aber alles, was Blutspuren sein sollen ausgenommen. Sie sind nicht nur dunkler als das Körperbild, sie sind auch meist klar begrenzt. Ihre Färbung variiert um karmesinrot und rotbraun.
Im Fotonegativ erscheinen sie darum, etwas störend, als helle Stellen. Jeder, der ohne Vorkenntnis und ohne Vorurteil dieses Tuchbild betrachtet, muss sich sagen: Das ist kein „Kunstwerk“. Es muss etwas anderes
sein.
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Links das Antlitz im „originalen“, rechts das Antlitz als Fotonegativ
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Die Radiokarbon-Datierung:
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Am 21. April 1988 wurde von Wissenschaftlern vom rechten unteren Rand es Tuches ein etwa 7 cm langes und 1 cm
breites Stück abgeschnitten, in drei Teile zerteilt und an drei verschiedene Labors in Zürich, Oxford und Tucson gegeben, die das Alter der Stücke mit Hilfe der Radiokarbon-Methode bestimmten. Die
Radiokarbonmethode ist eine Methode zur Altersbestimmung kohlenstoffhaltiger organischer Materialien. Sie basiert auf dem radioaktiven Zerfall des Kohlenstoff-Isotops C14. Nach 5370 Jahren ist z.B. die
ursprüngliche Menge an C14 auf etwa die Hälfte zurückgegangen. Man kann also das Alter von organischem Material, z.B. Naturtextilien, durch die Messung des noch vorhandenen C14 annähernd bestimmen.
Die amtliche Publikation der Testresultate erfolgte, nach schon lange umlaufenden Gerüchten, am 13. Oktober 1988 durch Kardinal Ballestrero in Turin aufgrund eines
Telegramms. Der Inhalt war äußerst dürftig: Das Grabtuch stamme aus der Zeit zwischen 1260 und 1390. Punkt-Aus „Die Wissenschaft hat gesprochen“.
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Dass eine Fülle gegenteiliger Forschungsergebnisse vorliegen, wird nicht einmal angedeutet. Aber schon bald nach der Veröffentlichung dieses Ergebnisses wurden
Zweifel angemeldet. Ein wichtiges Argument war, dass der Rand des Tuches gestopft sei, also Fäden enthalte, die jünger seien. Der Grund, warum das Tuch gestopft wurde, waren die Brandschäden, die es 1532 erlitten
hatte (die Spuren davon sind noch auf dem ganzen Tuch zu sehen). Zur Verstärkung wurde das Grabtuch auf ein anderes Tuch aufgenäht. Das solche Reparaturen stattfanden, ist ausreichend belegt. So weit man weiss,
übernahmen damals Nonnen die Aufgabe, die beschädigten Teile zu reparieren und sie verstanden ihr Handwerk. Sie flickten die Löcher und nähten die wertvolle Reliquie zur Stabilisierung auf ein Futter. Dieses
Futter ist unter Grabtuch-Experten allgemein als Holland-Gewebe bekannt. Bis hin zur Garndrehung entspricht der Flicken vollständig dem Original. Die geflickte Stelle unterschied sich nur in einem Punkt vom
Original: dem Alter. Die Testproben für die Radiokarbon-Messung wurden genau von solch einer geflickten Stelle des Tuches entnommen.
Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, sollten sie unbedingt das Buch von Werner Bulst in „Betrug am Turiner Grabtuch, Der
manipulierte Carbontest“, erschienen im Knecht-Verlag, Frankfurt 1990 lesen.
Im April 2004 entdeckten Forscher von der Universität Padua ein sehr schwaches und viel weniger detailliertes Bild auf der Rückseite des Tuches, bestehend nur aus dem
etwas unschärferen Gesicht und den Händen. Zu dieser Entdeckung kam es, als während der Restaurierung des Turiner Grabtuches nicht nur die 30 Stoffflicken, welche die Brandlöcher überdeckten, sondern auch das
auf die Rückseite genähte so genannte Holland-Leinentuch nach fast 500 Jahren entfernt wurde.
Ein anderer Kritikpunkt war, dass die Stelle, an der die Probe entnommen wurde, sichtbar verunreinigt war. Es ist eine der Ecken, an der das Tuch früher und durch
Jahrhunderte bei Ausstellungen wohl (ahnungslos) mit bloßen Händen gehalten wurde. Hitze, Schweiß, Russ von Fackeln und Kerzen haben durch die Jahrhunderte besonders an diesen Stellen auf das Tuch eingewirkt.
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Die Ausstellung des TG in Turin im Jahre 1578 (zeitgenössische Darstellung aus dem gleichen Jahr). Das Tuch wurde bei zahlreichen Ausstellungen - sechs Jahrhunderte lang - offen und ungeschützt gehalten, unter
Einfluss von Fackeln, Kerzen und dgl., wie hier dargestellt. Vor allem die Ecken des Tuches litten unter dieser Handhabung. Das Stück für den Karbontest wurde von der hier links oben liegenden Ecke entnommen.
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Dieses Bild aus der Zeit 1192 bis 1195 ist vielleicht ein weiterer Beweis für die falsche Datierung mittels Radiokarbonmethode. Auf dem Bild wurde Jesus mit 4 Fingern dargestellt,
genau wie auf dem Turiner Grabtuch zu sehen. Auch das typische Webmuster des Grabtuches wurde im Bild festgehalten. Das markanteste Merkmal ist aber die Darstellung der drei Brandlöcher, die aus dem 6. oder 7.
Jahrhundert stammen sollen. Ein Mönch soll ein Stück brennenden Weihrauch auf das Grabtuch fallen gelassen haben. Die drei Brandlöcher stammen auf keinen Fall aus Brandkatastrophe der Schlosskapelle von Chambery
im Jahre 1532.
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Die Gewebeuntersuchung
Das Leinen ist fischgrätenförmig gemustert, wofür es eines besonderen Webstuhles bedarf, der bis zum 14. Jahrhundert in Frankreich unbekannt war. Aus dem syrischen
Raum sind allerdings vergleichbare Gewebe aus der Zeit Jesu Christi erhalten. Außerdem fanden sich Spuren von Baumwolle im Gewebe, die damals in Europa weder angebaut noch verarbeitet wurde.
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Die Pollenanalyse
Im Rahmen einer naturwissenschaftlichen Untersuchung des Tuches nahm in der Nacht des 23. November 1973 der Züricher Naturwissenschaftler und Kriminologe Dr. Max Frei
von der Oberfläche des Tuches Staub-Proben. Dabei interessierte er sich für die Pollen, die er in den Staub-Proben fand. Diese Pollen sind kleiner als ein Hundertstel Millimeter und haben oft ein bizarres
Aussehen. Sie sind auch nicht leicht zu unterscheiden, können aber von einem Experten, einzelnen Pflanzenarten zugeordnet werden. Die große Mehrheit der Pollen war aber Dr. Frei und allen konsultierten
europäischen Palynologen unbekannt. Auf fünf Forschungsreisen in den Nahen Osten und in neunjähriger Laborarbeit gelang es Dr. Frei, die Pollen von 58 Pflanzenarten zu identifizieren. Nur bei einer Art ist das
bisher nicht gelungen. Völlig unerwartet war, dass nur 17 von diesen 58 Arten in Frankreich und Italien vorkommen, wo das Tuch seit dem 14. Jahrhundert ständig aufbewahrt.
Alle andern Pollen bzw. Pflanzenarten bieten ein einheitliches Bild: Sie kommen alle im Nahen Osten, einige bis nach Konstantinopel, vor. Dabei gibt es einen
eindeutigen Schwerpunkt: Nicht weniger als 44 Pflanzenarten sind für die Flora in und um Jerusalem charakteristisch.
Die mikroskopische Untersuchung
Auf dem Tuch sind keine Pinselstriche erkennbar (wie sie für ein Gemälde typisch wären). Es konnten auch keine Farbpigmente von Malerfarben entdeckt werden. Das Bild
hat keine Umrisslinien (wie ein Gemälde). In der unmittelbaren Nähe der Brandflecken ist die blasse Farbe des Bildes unverändert. Das Bild ist also gegen Hitze stabil.
Die Verfärbung der Fasern des Tuches, ist nur leicht und an der Oberfläche der Fasern zu erkennen. An keiner Stelle ist die Verfärbung in die Vertiefungen des
Gewebes eingedrungen. Sogar an Stellen, die mit dem bloßen Auge dunkler erschienen – Augenbrauen, Nase usw. – drang die Färbung nicht tiefer ein. Die größere Dunkelfärbung entsteht nicht dadurch, dass die
einzelnen Fasern dunkler sind, sonder dass die Dichte der gefärbten Fasern höher ist.
An keiner Stelle trat die Verfärbung von einer gefärbten auf eine nicht gefärbte Nachbarfaser über. So dünne Fasern einzeln (!) zu „bemalen“, ohne eine
Faser daneben zu berühren, war (und ist) technisch nicht möglich.
Es fand keine Ausbreitung der Farbe durch die Kapillarität der Poren statt. Die dunklere Färbung, die das Körperbild ausmacht, beruht vielmehr auf einer chemischen
Veränderungen von jeweils mehr oder weniger Fasern durch Oxidation und Dehydrierung: Sauerstoffaufnahme und Wasserstoffverlust. Eine allgemein angenommene Erklärung, wie es dazu kam, gibt es noch nicht. Es
gibt nichts Vergleichbares, an dem man sich orientieren könnte.
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Die chemische Untersuchung
Die Mikroproben von den Blutflecken im Tuch ergaben, das es sich um sich um menschliches Blut der Blutgruppe AB handelt. Außer den Farbpigmenten des Blutes
wurden keine weiteren Farbpigmente, wie sie für ein Gemälde typisch wären, gefunden. Es wurden auch keine organischen Farbstoffe gefunden. Die Färbung der Tuchfasern kann durch kein Lösungsmittel extrahiert
werden, was für organische Farbstoffe typisch wäre.
Herstellen eines dreidimensionalen Bildes
Schon 1902 hatte der Anatom Y. Delage (Paris) die Vermutung geäußert, dass die Intensität des Körperbildes auf dem Grabtuch im umgekehrten Verhältnis zur
Entfernung zwischen dem Körper und einem Tuch stehe, das unter und über dem Körper gelegen habe. Wo also das Tuch den Körper berührte, wurde es am stärksten gefärbt; je größer die Distanz, um so schwächer
die Verfärbung. Ab einem bestimmten Abstand sinke sie auf null.
Diese Erkenntnis, jahrzehntelang fast in Vergessenheit geraten, wurde auf unerwartete Weise durch ein ganz modernes, für die Weltraumforschung entwickelten
Bildanalysator wiederentdeckt. Jackson, Professor für theoretische Physik (Los Alamos/USA), nutze eine sehr genaue Fotografie des Grabtuches für diese Analyse. Zu seiner Überraschung erschien auf dem Bildschirm
ein plastisch wirkendes Bild. Die Hell-/Dunkeltöne des Abdrucks werden in Höheninformationen umgesetzt und so entsteht ein dreidimensionales Bild. Der Grad der Helligkeit entspricht der Lage der Körperstellen:
die hervorstehenden Stellen (Nasenrücken, Knöchel der Finger) sind dunkler, die vertieft liegenden Stellen (Augenhöhlen, Armseiten und das übrige Gesicht) sind heller: es ist damit klar, dass der Abdruck von
einem realen dreidimensionalen Körper stammt. Kein Maler kann Farbe und Schatten so präzise setzen, dass der Computer hieraus eine exakte Dreidimensionalität errechnen kann. D.h.: ein Maler kann allein durch
Farbschattierungen keine verzerrungsfreie dreidimensionale Information setzen.
Bei dem Abbild auf dem Grabtuch handelt es sich auch nicht, wie in den Medien oft dargestellt, um ein realer Abdruck einer Person. Ein realer Abdruck würde die Person
verzerrt wiedergeben, da ja der menschliche Körper keine plane Oberfläche darstellt, sondern quasi die Form eines „unregelmäßigen Zylinders“ hat.
Somit müsste der Abdruck, wenn das Tuch wirklich alle Partien gleichmäßig bedeckte, zwangsläufig Verzerrungen aufweisen.
Das Grabtuch ist aber ein verzerrungsfreies Fotonegativ, dass auch noch präzise dreidimensionale Informationen enthält. Außerdem wird kein Bild durch Abdruck
zum Negativ seiner selbst. Es gibt nichts vergleichbares und bis heute ist die Entstehung des Abbildes wissenschaftlich nicht erklärbar. Die These, die heute noch im da-Vinci-Code kommerziell erfolgreich vertreten
und offensichtlich auch partiell geglaubt wird, Leonardo da Vinci habe das Grabtuch in seiner genialen Fälscher-Werkstatt hergestellt, ist wirklich blanker Unsinn und bedarf keiner weiteren Erklärungen.
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Der zu Kreuzigende wurde zunächst an das liegende Kreuz genagelt (wobei beide Füße mit einem einzigen Nagel durchbohrt wurden), dann wurde das Kreuz in die Senkrecht
gebracht. Durch das Hängen an den Armen war die Atmung erschwert und der Gekreuzigte geriet an den Rand des Erstickens. Nur durch ein Strecken der Beine konnte der gekreuzigte seinen Körper kurz aufrichten um Luft
zu holen (unter Vernachlässigung der Schmerzen, die die angenagelten Füße verursachte).
Wenn das Sterben des Gekreuzigten beschleunigt werden sollte, brach man ihm die Schienbeine, wodurch ein Aufrichten des Körper zum Luftholen unterbunden wurde. Im
Johannesevangelium heißt es aber ausdrücklich: „Als sie aber an Jesus kamen, zerschlugen sie ihm die Schenkel nicht, da sie schon sahen, dass er gestorben war, sondern einer der Soldaten stach ihm mit einer
Lanze in die Seite, und alsdann kam Blut und Wasser heraus.“ (Johannes 19, 33). Das wurde übrigens auch schon im alten Testament prophezeit:
(2. Mose 12,46): „Ihr sollt ihm kein Bein zerbrechen.“
Und an einer andern Stelle (Sacharja 12,10): „Sie werden den sehen, den sie durchbohrt haben.“
Der von Johannes erwähnte Einstich mit der Lanze ist auf dem Grabtuch zu erkennen. Man kann sie auf der rechten Hälfte des Brustkorbes sehen, zwischen der fünften
und sechsten Rippe. An dieser Wunde kann man eindeutig erkennen, dass sie von einer Klinge in Form einer Lanze verursacht wurde“, schreibt Maria Grazia Siliato in „Und das Grabtuch ist doch echt“.
(Heyne-Verlag, München 1999).
Auch die schrecklichen Spuren der Geißelung könnten Gerichtsmediziner identifizieren. Es handelt sich dabei um die Spuren von mindestens 100 Schlägen, die eine
unglaubliche Qual dokumentiert. Für die Gerichtsmedizin gilt das Grabtuch als eins der schrecklichsten und fürchterlichsten archäologischen Funden.
Das Bild des Leichnams weist eine Fülle von Details auf, die der Nichtmediziner meist gar nicht als solche erkennt. Es ist in den mittlerweile über 90 Jahren der
Forschung nicht gelungen, auf dem Grabtuch einen Fehler gegen Anatomie, Physiologie oder Pathologie nachzuweisen, so sehr sich die Gegner darum bemüht haben.
Das Rückenbild zeigt übrigens eine deutlich niedrigere rechte Schulter (auf dem Tuch wegen der abdruckbedingten Seitenvertauschung die linke). Das ist eine für den
Schreiner oder Zimmermann typische Berufserscheinung..
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Historische Beweise
Eine Rekonstruktion der „Reiseroute“ des Grabtuches stellt verstänlicher Weise eine große Herausforderung für jeden Historiker dar, sind doch die Indizien eher
dünn gesät und man bewegt sich im Feld der Spekulation. Trotzdem sprechen viele Argumente für den rekonstruierten Aufenthalt des Grabtuches über die Jahrhunderte. Am Tuch selbst kann man diese Reise auch ablesen
- es fanden sich Sporen von Pflanzenarten aus Jerusalem, aus Anatolien und schließlich auch aus Konstantinopel, wie im Letzen Kapitel bereits erklärt.
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1. Jahrhundert
Jünger Jesu bringen das Grabtuch in Edessa (dem heutigen in der Osttürkei gelegenen Urfa) bei König Abgar in Sicherheit. Dort wird es über dem Stadttor
angebracht.
2. Jahrhundert
Abgars Enkel wendet sich wieder dem alten Dämonenglauben zu, das Tuch ist gefährdet. Es wird in die Stadtbefestigung eingemauert und gerät in
Vergessenheit.
525 Die Stadtmauer wird saniert, dabei wird das Tuch wiederentdeckt. Es gilt sofort als das " nicht von Menschen gemachte" Abbild Jesu und
wird im oströmischen Reich die Vorlage für alle Darstellungen Jesu. Die traditionelle Darstellung des Gesichtes Jesu geht daher direkt auf das Grabtuch von Turin zurück.
945 Der Kaiser des Oströmischen Reiches kauft den Edessern das Tuch ab und rettete es dadurch vor den heranrückenden Arabern. Das Tuch wird nun in
Konstantinopel aufbewahrt.
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1150 Eine ungarische Gesandtschaft besucht Konstantinopel. Ihnen wird auch das Grabtuch Christi gezeigt. Eine Miniatur wird angefertigt, die sich heute in der
Nationalbibliothek in Budapest befindet (Codex Pray). Das Interessante an diesem Bild sind vier L-förmig angeordnete Punkte -- ältere Brandflecken, die noch heute genau in dieser Anordnung und an der abgebildeten
Stelle auf dem Turiner Grabtuch sichtbar sind. Dies ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass es sich bei dem Tuch von Konstantinopel und dem Grabtuch von Turin um ein und dasselbe Tuch handeln muss.
13. April 1204
Konstantinopel wird von den Kreuzrittern erobert und anschließend geplündert. Dabei verschwindet auch das Tuch.
1306 Der französische König Philipp der Schöne zerschlägt den Orden der Templer. In Verhörprotokollen taucht immer wieder die Geschichte eines Idols auf,
welches "die Form eines männlichen Kopfes mit einem Grossen Bart" hatte und in den Geheimkulten der Templer große Bedeutung besaß. Die Templer halten jedoch bei den Verhören letztlich dicht, das
"Idol" selbst wird nie preisgegeben. Die Wissensträger werden alle hingerichtet. In einer Niederlassung der Tempelritter in England wird später der Deckel einer Truhe gefunden, auf dem ein Bild aufgemalt
ist, welches starke Ähnlichkeit mit dem Antlitz des Grabtuches aufweist.
1357 Die Witwe des Ritters Geoffroy de Charny stellt aus Geldmangel das Tuch öffentlich aus. Es zieht sofort große Scharen von Pilgern an und wird dadurch
so populär, dass die weitere Geschichte des Tuches bis heute lückenlos und zweifelsfrei geklärt ist.
1452 Ein Nachfahre der Familie de Charny schenkt das Tuch in Ermangelung eigener Erben an
Ludwig von Savoyen, das Adelsgeschlecht, aus dem später der König von Italien hervorgeht.
1532 Die Schlosskapelle von Chambéry, in dem sich der Silberbehälter mit dem Tuch zu diesem Zeitpunkt
befindet, brennte völlig nieder. Das Tuch wird schwer beschädigt.
1898 Das Tuch wird zum ersten Mal fotografiert. Man erkennt, dass es sich beim Originalabbild um eine Art Negativ handelt.
Das Tuch wird dadurch auch wissenschaftlich ernst genommen, und es beginnt die Geschichte der modernen Erforschung des Tuches.
1983
Italiens Exkönig Umberto schenkt das Tuch kurz vor seinem Tod dem Vatikan.
12. April 1997
Das Tuch fällt beinahe einem Brandanschlag zum Opfer. Wie gezeigt, spricht alles für die Echtheit des Grabtuches. Auch der zeitliche und örtliche Rahmen stimmt –
wie dargelegt – überein. Es gibt in der Geschichte nur eine einzige Person, von der überliefert worden ist, gekreuzigt sowie mit einer Dornenkrone geschmäht worden zu sein. Dass es sich bei der Person auf dem
Grabtuch um Jesus Christus handelt, ist deshalb auch nicht ernsthaft streitig. Dennoch wird in den Medien der Blödsinn von einer „Da Vinci Fälschung“ verbreitet und man widmet dem auch noch die besten
Sendezeit. Eine ernsthafte Dokumentation mit aktuellen Forschungsergebnissen passt wohl nicht in unser „aufgeklärtes“ Weltbild, in dem etwas unerklärliches, nicht von Menschenhand erschaffenes lieber unter dem
Tisch gekehrt wird. Bevor ich auf die entscheidende Frage eingehe, wie der Abdruck auf dem Grabtuch entstanden sein könnte, sehen wir uns im Nächsten Abschnitt zunächst das „zweite“ Grabtuch an, dass Volto Santo von Manoppello!
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Das heilige Antlitz, das Volto Santo
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Theorien zur Entstehung des Abbildes auf dem Turiner Grabtuch und dem Volto Santo
Wie bereits erwähnt, wird über Medien wie z.B. die atheistische Sendung „Welt der Wunder“ die These verbreitet, das es dich bei dem Turiner Grabtuch nur um ein
Gemälde von Leonardo Da Vinci handeln kann. Nach ihrer Meinung kann es sich nicht um einen Abdruck Jesus handeln, da bei diesem Prozess ein Zerrbild entsteht. Nach ihrer Vorstellung können bei einen Abdruck nur
Verzerrungen entstehen, die darauf zurückzuführen sind, dass ja das menschliche Gesicht keine plane Oberfläche darstellt, sondern quasi die Form eines „unregelmäßigen Zylinders“ hat. Somit müsste der
Abdruck, wenn das Tuch wirklich alle Partien gleichmäßig bedeckte, zwangsläufig Verzerrungen aufweisen. Die Schlussfolgerung: der Abdruck muss künstlich erzeugt worden
sein, da Jesus auf dem Tuch unverzerrt dargestellt ist. Leider werden solche “dummen” Argumente zur besten Sendezeit ausgestrahlt. Wie ist der Abdruck nun aber wirklich entstanden? Klar, dass es hier viele
Theorien, wobei aber viele gleich durch unseriöse Interpretation aus dem Bereich des Möglichen ausscheiden.
Eine objektiven nachprüfbare Theorie kann ich ihnen an dieser Stelle auch nicht geben, aber für Christen, die an die Auferstehung Jesu glauben, könnte gerade in dem
Wunder der Auferstehung eine Erklärung für das Entstehen der beiden Tuchbilder zu finden sein. Die gemäss rational naturwissenschaftlichem Denken unwahrscheinlichste Hypothese, dass nämlich nur während der
leiblichen Auferstehung das Bild auf dem Grabtuch entstanden sein kann, ist hier vielleicht die einzig „vernünftige“ Erklärung. Das Blut und die Bildspuren sind zeitlich voneinander getrennt auf das Grableinen
gekommen. Dort wo Blut auf dem Tuch zu finden ist, befindet sich kein Abdruck. Der Abdruck kam also später auf das Leinen. Wer beide miteinander Zusammensehen will, kann sie nur mit der durch die Evangelien
bezeugten Auferstehung Jesu verbinden“. Was wissen wir über die Auferstehung? Wie stellen Sie sich die Auferstehung von Jesus vor?
Die Auferstehung Jesu war eine ganz andere „Auferstehung“ als die von Lazarus, den Jesus von den Toten auferweckt hat (siehe Johannes 11,17). Obwohl Lazarus schon
vier Tage Tot war, holte ihn Jesus durch ein Wunder zurück ins Leben. Lazarus kam in seinem leiblichen Körper zurück ins Leben. In seinem toten Körper fing das Herz wieder an zu schlagen und er kam wieder zu
Bewusstsein. Jesus seine Auferstehung war aber ganz anders. Er ist nicht in seinem leiblichen Körper in Leben zurückgekommen, er hatte nach der Auferstehung einen „neuen Körper“ in einem „neuen Leben“.
Das Jesus nach seiner Auferstehung einen „anderen“ Körper mit besonderen Fähigkeiten lässt sich indirekt aus der Bibel lesen. Sehen wir uns dafür die erste Szene nach der Auferstehung Jesu aus dem Johannes
Evangelium Kapitel 20, 11 an, kurz nachdem das Leere Grab mit den Leinentüchern gefunden wurde:
11Maria aber stand draußen vor dem Grab und weinte. Als sie nun weinte, schaute sie in das Grab 12und sieht zwei Engel in weißen
Gewändern sitzen, einen zu Häuptern und den andern zu den Füssen, wo sie den Leichnam Jesu hingelegt hatten. 13Und die sprachen zu ihr: Frau, was weinst du? Sie spricht zu ihnen: Sie haben
meinen Herrn weggenommen, und ich weiss nicht, wo sie ihn hingelegt haben. 14Und als sie das sagte, wandte sie sich um und sieht Jesus stehen und weiss nicht, dass es Jesus ist. 15
Spricht Jesus zu ihr: Frau, was weinst du? Wen suchst du? Sie meint, es sei der Gärtner, und spricht zu ihm: Herr, hast du ihn weggetragen, so sage mir, wo du ihn hingelegt hast; dann will ich ihn holen. 16
Spricht Jesus zu ihr: Maria! Da wandte sie sich um und spricht zu ihm auf hebräisch: Rabbuni!, das heißt: Meister! 17Spricht Jesus zu ihr: Rühre mich nicht an! Denn ich bin noch nicht
aufgefahren zum Vater. Geh aber hin zu meinen aBrüdern und sage ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott.18Maria von Magdala geht
und verkündigt den Jüngern: Ich habe den Herrn gesehen, und das hat er zu mir gesagt.
Im Kapitel 14 heißt es, das Maria von Magdala Jesus sieht, ihn aber nicht erkennt. Obwohl sie ihn doch erst noch vor drei Tagen lebendig gesehen hat, erkennt sie Jesus
nicht. Erst als Jesus sie anspricht, erkennt sie ihn. Jesus sein Äußeres muss sich also verändert haben. Das dem so ist, zeigen noch mehr Bibelstellen Johannes Kapitel 21:
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1Danach offenbarte sich Jesus abermals den Jüngern am See Tiberias. Er offenbarte sich aber so: 2Es waren beieinander Simon Petrus
und Thomas, der Zwilling genannt wird, und aNathanael aus Kana in Galiläa und die Söhne des Zebedäus und zwei andere seiner Jünger. 3Spricht Simon Petrus zu ihnen: Ich will
fischen gehen. Sie sprechen zu ihm: So wollen wir mit dir gehen. Sie gingen hinaus und stiegen in das Boot, und in dieser Nacht fingen sie nichts. 4
Als es aber schon Morgen war, stand Jesus am Ufer, aber bdie Jünger wussten nicht, dass es Jesus war.
Die Jünger Jesu erkennen ihren eigenen Herrn nach der Auferstehung nicht wieder. Sein äußeres Erscheinungsbild hat sich also merklich geändert. Wenn wir das Gesicht
auf dem Turiner Grabtuch mit dem Volto Santo vergleichen, wirkt das Gesicht auf dem Seidentuch tatsächlich jünger und nicht mehr so gezeichnet von der Folterung. Aber noch etwas eigenartiges wird in der Bibel
berichtet Johannes Kapitel 20, 19-20:
19Am Abend aber dieses ersten Tages der Woche, als die Jünger versammelt und die Türen verschlossen waren aus Furcht vor den Juden, kam Jesus und
trat mitten unter sie und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch! 20Und als er das gesagt hatte, azeigte er ihnen die Hände und seine Seite. Da wurden die Jünger froh, dass sie
den Herrn sahen.
Kapitel 20, 26-28:
26Und nach acht Tagen waren seine Jünger abermals drinnen versammelt, und Thomas war bei ihnen. Kommt Jesus, als die Türen verschlossen waren, und
tritt mitten unter sie und spricht: Friede sei mit euch! 27Danach spricht er zu Thomas: Reiche deinen Finger her und sieh meine Hände, und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite, und
sei nicht ungläubig, sondern gläubig! 28Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr und cmein Gott!
Ist ihnen beim Lesen der beiden Abschnitte etwas aufgefallen? In beiden Fällen wir davon berichtet, dass die Tür verschlossen war und Jesus dennoch mitten unter
seinen Jüngern tritt. Ich denke, dass ganz bewusst erwähnt wurde, dass die Tür verschlossen war und das Jesus den Raum dennoch betreten konnte. Sicherlich fragen Sie sich, was dass mit den beiden Tüchern zu tun
hat. Während der Auferstehung Jesus muss sich etwas unglaubliches ereignet haben. Folgendes könnte sich abgespielt haben:
Der Körper des toten Jesus liegt in Leinenbinden gewickelt im Grab, sein Antlitz mit einem sehr kostbaren Seidentuch bedeckt. Nun, so eine Theorie, hat sich der
gesamte Körper in reine Energie umgewandelt. Eine geheimnisvolle Kraft tritt aus dem Leichnam hervor und erleuchtet die Grabkammer. In diesem Moment entmaterialisiert sicher der Körper Jesu unter den
Leinentüchern. Als sein Körper vollständig in Energie umwandelt war, hat er die Tücher durchdrungen. Dabei hat sich vielleicht das Abbild auf die beiden Tücher verewigt und hat so der Nachwelt buchstäblich
eine „Momentaufnahme“ von der Auferstehung hinterlassen. Da das Leinentuch im direkten Kontakt mit dem Körper war, hat sich ein Fotonegativ gebildet, das den gerade gestorbenen leiblichen Körper abbildete. Das
Seidentuch, welches auf dem Leinentuch lag, gibt einen späteren Moment des Umwandlungsprozess wieder, in dem sich aus der Strahlung wieder ein „neuer Körper“ formte der Jesus ein etwas andres Aussehen gab.
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Das Strahlungen eine Abbildung hinterlassen kann, beobachtete man erstmals nach Abwurf der Atombombe in Hiroshima. Als Folge des Strahlenblitzes hinterließen
viele Gegenstände einen sogenannten „permanenten Schatten“. Wissenschaftler beobachteten, dass der Strahlenblitz der Bombe Beton in eine leicht rötliche Tönung verfärbte; die Oberfläche von Granit wurde
abgeschält und gewisse andere Baumaterialien versengt, ferner hatte die Bombe an einigen Stellen Abdrucke von Schatten hinterlassen, die durch ihr Licht geworfen waren“. Ein ähnlicher Vorgang hat vielleicht die
Bildentstehung am Grabtuch bewirkt. Vielleicht wurden die beiden Abdrücke mit „Licht geschrieben“.
Eine wissenschaftlich Belegte Erkenntnis, wie sich die Entstehung des Abbildes erklären lässt, wird es vielleicht nie geben. So einfach lässt sich Gott nicht in die
Karten schauen. Alle Versuche, die Grabtücher als "Fälschungen zu enttarnen" sind bis jetzt ins Leere gelaufen und werden es sicherlich auch zukünftig tun. Gut, dass es noch Dinge gibt, die sich nur mit
Hilfe des Glaubens erklären lassen.
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Die Grabtücher
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